Die Pfarrei Roding

Vielleicht planen Sie einen Besuch, vielleicht sind Sie neu zugezogen, vielleicht sind Sie hier einfach „vorbeigesurft“ und hängen geblieben? Dann würden wir uns freuen, wenn Sie ein wenig durch unsere Seite blättern:

Seelsorgeteam, haupt- und ehrenamtliche Verantwortliche und viele Menschen sind bei uns „Kirche vor Ort“. Die Homepage dient als Information, sie kann und will aber nicht die persönliche Begegnung ersetzen. Deshalb laden wir Sie ganz herzlich ein, unsere Gemeinde kennen zu lernen. Unsere gemeinsamen Gottesdienste, sowie die Arbeit in Gruppen und Verbänden erfüllen keinen Selbstzweck:

Als Christen sind wir mit Gott und den Menschen unterwegs und für unseren Nächsten da. Das versuchen wir in vielfältiger Weise. Wir würden uns freuen, Sie dafür interessieren zu können.

Aus dem aktuellen Pfarrbrief Roding

Mein Wort an Sie

Unser Gottesdienst - Teil 4

 

Geschichte wird man nie los, sie prägt das Leben bis in die Gegenwart, auch dann, wenn sich immer wieder Veränderungen ergeben. Was für den Menschen zutrifft, dass trifft auch für eine Gruppe und erst recht für die Gemeinschaft der Kirche zu.

Von der apostolischen Zeit bis zur Formulierung unseres Glaubensbekenntnisses auf den Konzilien im 4. und 5. Jahrhundert sprechen wir von der Zeit der „Kirchenväter“. Viele von ihnen begegnen uns noch heute in der Allerheiligen-litanei oder an ihren Gedenktagen. Ihnen ist es zu verdanken, dass unser christlicher Glaube Struktur bekommen hat, so dass er nunmehr seit 2000 Jahren Bestand hat. Wir glauben, dass in solchen Menschen der Heilige Geist selbst seine Kirche leitet und unterweist – bis heute.

An dieser Stelle muss von einem Argumentationsfehler die Rede sein, der immer schon nur gelten ließ, was man selber gelten lassen wollte. Gewisse Kreise von Christen behaupten, dass ab einem bestimmten Punkt die Entwicklung der Kirche quasi abgeschlossen war und jedwede nachfolgende Änderung ein Irrtum sein müsse. Sie widerlegen sich selbst, denn auch bis zu diesem bestimmten Punkt gab es Veränderung. Sie muss also wesentlich dazugehören – sonst müssten wir alle zu einem Urchristentum zurückkehren, das inzwischen keinen Anknüpfungspunkt mehr in unserer Gesellschaft finden würde und im übrigen keinerlei Strukturen kannte, außer dass der christliche Glaube schon immer die Sache einer Gemeinschaft von Menschen und nicht nur persönliche Frömmigkeit war. 2000 Jahre Kirchengeschichte beweisen im Gegenteil, dass es schon immer die Kraft der Veränderung in Treue zum Ursprung war, die den Glauben an kommende Generationen weitertradiert hat.

Wer heute sagt: Glaube ja, Kirche nein, mag noch von dem zehren, was er als junger Mensch einmal mitbekommen hat. Sein persönlicher Glaube wird aber einsilbig und eng, weil ihm der Impuls von außen fehlt. Umgekehrt entzieht er sein Charisma der Gemeinschaft und behält es sich vor. Er mag noch selbst gläubig sein, seinen Kindern aber verwehrt er den Erfahrungshorizont von Glauben im Austausch, sie werden religiös immer mehr verstummen.

Das ist übrigens die eigentliche Krise der Kirche: Dass das Fernbleiben der Vielen eine Verdunstung des Glaubens in den Folgegenerationen nach sich zieht. Auch in unserer Zeit muss sich – selbstverständlich – Kirche ändern, so wie es schon immer war, sonst erstarrt sie. Aber diese Veränderung kann nur im liebenden, wertschätzenden, hörenden Dialog geschehen – und vor allem durch das gemeinsame Gebet auch derer, die unterschiedlicher Auffassung sind.

Deswegen feiern wir am Sonntag Gottesdienst.

Ihr Pfarrer

Holger Kruschina

P.S. Die Themenreihe "Unser Gottesdienst" finden Sie zum nachlesen auf unserer HP unter der Rubrik "Gottesdienst aktuell" - einfach die aktuelle Ordnung und den Hinweis "In eigener Sache" überspringen ...