Die Pfarrei Roding

Vielleicht planen Sie einen Besuch, vielleicht sind Sie neu zugezogen, vielleicht sind Sie hier einfach „vorbeigesurft“ und hängen geblieben? Dann würden wir uns freuen, wenn Sie ein wenig durch unsere Seite blättern:

Seelsorgeteam, haupt- und ehrenamtliche Verantwortliche und viele Menschen sind bei uns „Kirche vor Ort“. Die Homepage dient als Information, sie kann und will aber nicht die persönliche Begegnung ersetzen. Deshalb laden wir Sie ganz herzlich ein, unsere Gemeinde kennen zu lernen. Unsere gemeinsamen Gottesdienste, sowie die Arbeit in Gruppen und Verbänden erfüllen keinen Selbstzweck:

Als Christen sind wir mit Gott und den Menschen unterwegs und für unseren Nächsten da. Das versuchen wir in vielfältiger Weise. Wir würden uns freuen, Sie dafür interessieren zu können.

Aus dem aktuellen Pfarrbrief Roding

Mein Wort an Sie

Unser Gottesdienst - Teil 5

Woran erkennt man eine Kirche? Diese Frage mag zunächst simpel klingen – ist sie aber nicht! Was unterschied die ersten Kirchenbauten von den Sakralbauten, den Tempeln der nichtchristlichen Umwelt?

In unserem Wort „Kirche“ steckt das griechische Kyrios, also Herr. Kirche ist, was zum Herrn gehört, egal ob Haus oder Gemeinschaft. Der Begriff Kirche ist aber spätantik. Die eigentliche Selbstbezeichnung der Christen war – und ist es theologisch bis heute – Ecclesia. (Noch heute heißt die Kirche im Französischen z.B. eglise.) Auch dieses Wort stammt aus dem Griechischen und bedeutet Versammlung. Damit kommen wir auch unserem Kirchenbau näher!

Wesentlich für die frühen Christen war das Gefühl von Gemeinschaft. Das hatten sie mit ihrer jüdischen Wurzel gemeinsam. Auch deren Gotteshäuser außerhalb Jerusalems waren keine „Mini-Tempel“ sonder Versammlungs-Häuser zum gemeinsamen Gottesdienst. [Um Ihre Verwirrung noch größer zu machen: im Griechischen gibt es noch ein weiteres Wort für Versammlung, wörtlich: Zusammenkunft, nämlich Synagoge!]

Als die Christen mehr wurden und einfache, große Häuser nicht mehr ausreichten, vor allem, nachdem Kaiser Konstantin 313 begonnen hatte, das Christentum zu fördern, suchte man architektonische Vorbilder für die neuen, größeren Versammlungen. Dabei wollte man sich weiterhin bewusst von der heidnischen Umwelt absetzen, deswegen wählte man aus praktischen und ideologischen Gründen einen „Profan-Bau“, also eine Halle, die ausdrücklich nicht für Gottesdienste, sondern für Versammlungen gedacht war: die Basilika. Basilliken waren Markt- und Gerichtshallen, die die Macht des Herrschers vor Ort verdeutlichten: In der vorderen Apsis – dem halbrunden Abschluss – stand oft eine Statue des Kaisers, darunter der Stuhl, auf dem sein Stellvertreter z.B. Gericht sprach.

Diese Architektur nun griff die Kirche auf. Man ersetzte das Kaiserbild durch ein Mosaik, das Christus zeigte oder durch ein Schmuckkreuz: Christus ist unser Herr und König. Auf dem Stuhl nahm der Vorsteher der Versammlung Platz. Nicht immer feierte die Versammlung Eucharistie, ein Tisch war in der Basilika ohnehin nicht vorgesehen. Doch schon bald wurde er zum festen Ausstattungs-gegenstand. Ähnlich erging es – abgesetzt vom Vorstehersitz – einem Verkündigungsort vor allem für die Lesungen aus der Schrift (die Predigt wurde vom Sitz aus gehalten), der etwas erhöht war, damit alle besser sehen und hören konnten, der Ambo (wörtlich: Erhöhung). Fertig war die Kirche, wie wir sie heute noch kennen – fast. Denn wann kam der Altar und warum? Und der Tabernakel? Das gibt’s das nächste mal...

 

Ihr Pfarrer

Holger Kruschina

P.S. Die Themenreihe "Unser Gottesdienst" finden Sie zum nachlesen auf unserer HP unter der Rubrik "Gottesdienst aktuell" - einfach die aktuelle Ordnung und den Hinweis "In eigener Sache" überspringen ...