Die Pfarrei Roding

Vielleicht planen Sie einen Besuch, vielleicht sind Sie neu zugezogen, vielleicht sind Sie hier einfach „vorbeigesurft“ und hängen geblieben? Dann würden wir uns freuen, wenn Sie ein wenig durch unsere Seite blättern:

Seelsorgeteam, haupt- und ehrenamtliche Verantwortliche und viele Menschen sind bei uns „Kirche vor Ort“. Die Homepage dient als Information, sie kann und will aber nicht die persönliche Begegnung ersetzen. Deshalb laden wir Sie ganz herzlich ein, unsere Gemeinde kennen zu lernen. Unsere gemeinsamen Gottesdienste, sowie die Arbeit in Gruppen und Verbänden erfüllen keinen Selbstzweck:

Als Christen sind wir mit Gott und den Menschen unterwegs und für unseren Nächsten da. Das versuchen wir in vielfältiger Weise. Wir würden uns freuen, Sie dafür interessieren zu können.

Aus dem aktuellen Pfarrbrief Roding

Unser Gottesdienst - Teil 12

Geschehen ist ein Prozess. Wir möchten am liebsten genau den Zeitpunkt erwischen, an dem „es“ passiert, aber damit werden wir dem Geschehen nicht gerecht. Wer je beim Sterben eines Menschen dabei war, weiß, was ich meine. Natürlich gibt es irgendwann den letzten Atemzug, den letzten Herzschlag. Das ist DER Augenblick. Aber wenn man das Sterben auf diesen Augenblick reduzieren würde, nähme man ihm etwas Wesentliches.

Wann geschieht in der Eucharistiefeier die Wandlung? Diese Frage beschäftigte die Westkirche in den ersten 1000 Jahren nicht besonders intensiv. Es gab ja nie nur die Stiftungsworte isoliert („Das ist mein Leib/Blut“), sie waren immer eingebunden ins Gebet und dieses Gebet eingebunden in die Feier. In der Ostkirche ist bis heute die Herabrufung des Heiligen Geistes wesentlicher als das Stiftungsgedächtnis. So sehr, dass es sogar ein auch von der Römischen Kirche als „gültig“ anerkanntes Hochgebet einer orientalischen Kirche gibt, in der das Stiftungsgedächtnis nicht einmal vorkommt! Erst die theologische Auseinander-setzung des Mittelalters trieb – um jede Form von Missbrauch zu verhindern – die Diskussion auf die Spitze und konzentrierte den „Augenblick der Wandlung“ auf die Stiftungsworte. Aus dieser Fokussierung wurde eine liturgische Überhöhung dieses Augenblicks mit Läuten, Erhebung, Weihrauch, Kniebeuge, Kreuzzeichen. Diese Überhöhung aber wird dem Gesamt des Gebets und der Feier nicht gerecht. Es wäre ins Extrem gesprochen so, als wenn der Priester nichts anderes täte als das. Ein Vollzug am Altar von einer Minute, gar im Minutentakt – diese Vorstellung ist absurd.

Das „Grundgesetz“ unserer Liturgie ist die entsprechende Konstitution des II. Vatikanischen Konzils „Sacrosanctum Concilium“ (SC, 1963). Sie war die erste Frucht des Konzils, fußte aber auf jahrzehntelangen Vorarbeiten und Entwicklungen, etwa der sogenannten „Bet-Sing-Messe“ oder dem „Schott“. Beides zielte darauf, die Gemeinde stärker für das Geschehen zu sensibilisieren und einzubinden. In SC 34 nun heißt es: „Die Riten mögen den Glanz edler Einfachheit an sich tragen und knapp, durchschaubar und frei von unnötigen Wiederholungen sein.“ Als „Ausführungsbestimmung“ wurde 1970 ein neues Messbuch herausgebracht. Dessen „Allgemeine Einführung“ (AEM) regelt bis heute die weltkirchlich verbindliche Feier der Liturgie. Das noch von Papst Johannes Paul II. um die Jahrtausendwende neu herausgebrachte Messbuch ist noch nicht für den deutschen Sprachraum angepasst. Seine neue „Allgemeine Einführung“ (jetzt zur Unterscheidung GORM) enthält zwar einige Überarbeitungen, sie sind aber für die deutsche Kirche noch nicht in Kraft gesetzt. Im Messbuch von 1970 findet sich zudem die „Feier der Gemeindemesse“ (FG) als Vorschriften für den deutschen Sprachraum. Daran haben sich alle Priester zu halten. So. Jetzt sind Sie fit für das Kapitel „Warum macht der eine das so und der andere anders?“

 

Ihr Pfarrer

Holger Kruschina

P.S. Die Themenreihe "Unser Gottesdienst" finden Sie zum Nachlesen auf unserer HP unter der Rubrik "Gottesdienst aktuell" - einfach die aktuelle Ordnung und den Hinweis "In eigener Sache" überspringen ...