Die Pfarrei Roding

Vielleicht planen Sie einen Besuch, vielleicht sind Sie neu zugezogen, vielleicht sind Sie hier einfach „vorbeigesurft“ und hängen geblieben? Dann würden wir uns freuen, wenn Sie ein wenig durch unsere Seite blättern:

Seelsorgeteam, haupt- und ehrenamtliche Verantwortliche und viele Menschen sind bei uns „Kirche vor Ort“. Die Homepage dient als Information, sie kann und will aber nicht die persönliche Begegnung ersetzen. Deshalb laden wir Sie ganz herzlich ein, unsere Gemeinde kennen zu lernen. Unsere gemeinsamen Gottesdienste, sowie die Arbeit in Gruppen und Verbänden erfüllen keinen Selbstzweck:

Als Christen sind wir mit Gott und den Menschen unterwegs und für unseren Nächsten da. Das versuchen wir in vielfältiger Weise. Wir würden uns freuen, Sie dafür interessieren zu können.

Wir feiern Ostern!

Wie jedes Jahr feiern wir in den kommenden Tagen den Höhepunkt unseres Kirchenjahres. Wir sind am Herzen der Kirche: Gedächtnis des Leidens, des Todes und der Auferstehung unseres Herrn. Ostern ist nicht ein besserer Sonntag. Ohne Ostern gibt es keinen Sonntag!

Darum ist Ostern auch nicht in einen Tag zu „pressen“. Der Ostergottesdienst beginnt am Abend des Gründonnerstags und vollendet sich in der Osternacht, woraufhin wir 50 Tage „wie einen Tag“ feiern werden. Ich lade Sie alle zu den großen Gottesdiensten, der Feier vom letzten Abendmahl, der Sterbestunde am Karfreitagnachmittag und in die Osternacht – in Trasching am Karsamstagabend, in Roding am Sonntagfrüh - ein.

Wie jedes Jahr haben Sie auch reichlich Gelegenheit, den geistlichen Weg intensiver zu gehen: Mit der Gebetsnacht von Donnerstag auf Freitag, den Kreuzwegandachten am Freitagmorgen, der Kinder-Kreuzfeier am Vormittag und dem Passionssingen des Vokalensembles Hubert Velten am Karfreitagabend um 19.00 Uhr. Am Karsamstag laden wir zur Laudes und Trauermette – zum gemeinsamen Stundengebet – ein, am Ostertag selber dürfte jeder Gelegenheit zu einem der vielen Gottesdienste finden – und schließlich entzünden wir das Osterlicht auch wieder am Heilbrünnl in einer Vesper um 16.30 Uhr.

Ich wünsche Ihnen gesegnete Tage!

Aus dem aktuellen Pfarrbrief Roding

Mein Wort an Sie

Unser Gottesdienst - Teil 8

Der Mensch ist ein sinnliches Wesen: Berührung, Geschmack, Geruch, Hören und Sehen gehören zu uns. Wo wir zu einem davon nicht fähig sind, sprechen wir gern von einer Behinderung (wobei das nicht stimmt, denn solche Menschen empfinden ihren Zustand in der Regel als für Sie normal). Obwohl alle unsere Sinne für die Entwicklung eines Menschen wichtig sind, so sind es doch die beiden letzten – Sehen und Hören – die uns helfen, die Welt nicht nur zu „erfahren“ sondern sie auch zu „verstehen“. Der Königssinn – der bei einem gehörlosen Menschen natürlich durch Lippenlesen, Lesen oder Gebärde – ersetzt wird, ist das Hören. Die Entwicklung der Sprache hat uns geholfen, Abstraktes auszudrücken: wir können über Dinge reden, die schon oder noch nicht geschehen sind, über Orte, an denen wir uns gerade nicht befinden oder Menschen, die gerade nicht da sind. Und: uns hat sich damit auch die Dimension Gottes erschlossen, wir sind religiös sprechfähig geworden.

Man muss sich das einmal ganz bewusst vor Augen halten, um das Große in dem zu sehen, was inzwischen alltäglich oder Vielen gar egal geworden ist.

Von daher verstehen wir, wie problematisch die sprachliche Entfremdung in der Liturgie, von der das letzte mal die Rede war, auch für den Glauben der gewöhnlichen Menschen wurde. Bildprogramme in den Kirchen – wir sehen sie z.B. in unserer Josefi-Kapelle! – ersetzten das erklärende Wort, man ging über zu einer „Schau-Frömmigkeit“. Alles, was besonders aussah, musste etwas Besonderes sein: die Priester, der Altarraum, die hochgehobene Hostie. Um diese „Schau“ in der Liturgie nicht zu verpassen, wurde ein akustisches Signal eingeführt: das Schellen der Altarglocken bei der Wandlung. Die Erwartung der Gemeinde und die Feierform bedingten sich gegenseitig: Weil nun „geschaut“ werden sollte, wurde die Hostie auch entsprechend „präsentiert“, bald nicht nur bei der Wandlung, sondern auch bei der Gabenbereitung („Opferung“) und vor der Kommunion – des Priesters! Denn auch das hatte sich inzwischen geändert. Die gewöhnlichen Menschen konnten sich quasi überhaupt nicht vorstellen, würdig genug zu sein, um nach so einer „himmlischen Schau“ dieses wundersame Brot auch noch zu essen! Das führte dazu, dass das Laterankonzil 1215 alle Katholiken verpflichtete, einmal im Jahr zur Kommunion zu gehen. Vorzugsweise an Ostern und dann selbstverständlich nur nach vorheriger Beichte – eine Verbindung, die im 20. Jahrhundert schließlich dazu führte, dass man meinte, man könne überhaupt nur zur Kommunion gehen, wenn man vorher gebeichtet hat. Die Förderung des häufigen Kommunionempfangs seit rund 100 Jahren hatte so zur Folge, dass das Sakrament der Versöhnung von vielen als „Zwangsbeichte“ erfahren wurde, von der man sich schließlich „emanzipierte“. Schade um dieses Missverständnis, das heute die Beichtstühle leer und die Wartezimmer der Psychiater voll macht.

 

Ihr Pfarrer

Holger Kruschina

P.S. Die Themenreihe "Unser Gottesdienst" finden Sie zum nachlesen auf unserer HP unter der Rubrik "Gottesdienst aktuell" - einfach die aktuelle Ordnung und den Hinweis "In eigener Sache" überspringen ...