Die Pfarrei Roding

Vielleicht planen Sie einen Besuch, vielleicht sind Sie neu zugezogen, vielleicht sind Sie hier einfach „vorbeigesurft“ und hängen geblieben? Dann würden wir uns freuen, wenn Sie ein wenig durch unsere Seite blättern:

Seelsorgeteam, haupt- und ehrenamtliche Verantwortliche und viele Menschen sind bei uns „Kirche vor Ort“. Die Homepage dient als Information, sie kann und will aber nicht die persönliche Begegnung ersetzen. Deshalb laden wir Sie ganz herzlich ein, unsere Gemeinde kennen zu lernen. Unsere gemeinsamen Gottesdienste, sowie die Arbeit in Gruppen und Verbänden erfüllen keinen Selbstzweck:

Als Christen sind wir mit Gott und den Menschen unterwegs und für unseren Nächsten da. Das versuchen wir in vielfältiger Weise. Wir würden uns freuen, Sie dafür interessieren zu können.

Aus dem aktuellen Pfarrbrief Roding

Unser Gottesdienst - Teil 21

Wenn man das Christentum an einem Zeichen erkennt, dann ist es das Kreuz. Allerdings hat dieses Zeichen viele Wandlungen mitgemacht, das liegt schon daran, dass die Kreuzigung selbst vielgestaltig sein konnte. (So ist der Hl. Andreas an einem X-förmigen Kreuz gestorben, sein Bruder Petrus auf dem Kopf stehend.) Wenn auch Paulus die Gemeinde daran erinnert, dass man sich des Kreuzes Christi nicht schämen soll (1 Kor 1,18 ff), so wird es doch nicht „offensiv“ genutzt, wenigstens solange es noch als Folter- und Todeswerkzeug in Gebrauch war. In der Spätantike wird es dann als Schmuck-Kreuz dargestellt, in der Romanik beginnt man auch den Herrn am Kreuz darzustellen, allerdings als „Sieger“, „König“ am Kreuz. Erst nach der Jahrtausendwende kommt es zu einem Wandel und das Leiden des Herrn wird gerade am und durch das Kreuz sichtbar.

Freilich kam das Kreuz als Zeichen anderswo schon früher in Gebrauch, nämlich in Form des kleines Kreuzzeichens, wie wir es heute noch vor dem Evangelium auf Stirn, Mund und Brust zeichnen. Mit dem Kreuz als Segensgestus kam dann das sogenannte große Kreuzzeichen auf, das wir in der Liturgie und eigentlich jedem Gebet zu Beginn und am Ende machen. („Im Namen des Vaters...“).

Gerade weil das Zeichen so kostbar ist, wurde es in der erneuerten Liturgie deutlich reduziert. Natürlich kann man – z.B. mit der Ostkirche – das wiederholte Kreuzzeichen als ein starkes Element betrachten, es sagt aber auch etwas aus, wenn es mit Bedacht verwendet wird.

Die x-fachen Segensgesten des vorkonziliaren Ritus, bei denen man durcheinanderkommen konnte, was jetzt der „eigentliche“ oder „wesentliche“ Gestus ist, wurde deutlich reduziert. Das Kreuz wird (mit Ausnahme des Ersten Hochgebetes, wo noch ein paar Spuren verblieben sind) nur noch einmal über die Eucharistischen Gaben geschlagen, nämlich vor der Wandlung, bei der Herabrufung des Heiligen Geistes. Der Weihrauch kann gesegnet werden, ebenso jeder, der zu einem besonderen Dienst beauftragt wird (z. B. ein spontaner Kommunionhelfer), allen voran der Diakon vor der Verkündigung des Evangeliums. Der Priester bekreuzigt sich nur am Anfang, am Ende erteilt er den Segen. Weggefallen ist das Kreuz bei der Vergebungsbitte, denn es stammte aus der Beichte – und mit der sakramentalen Vergebung sollte das Schuldbekenntnis der Messe auf keinen Fall verwechselt werden! Niemals vorgesehen war es – offiziell – bei der Wandlung und der Erhebung der Gaben. Hier hinein ist es im ausgehenden Mittelalter gerutscht, als man anstelle der eigentlichen Kommunion nur noch „geschaut“ hat und Liturgien außerhalb der Messe entstanden, in denen das Allerheiligste verehrt und man tatsächlich mit ihm gesegnet wurde – so wie es heute auch noch der Fall ist. Die Messe lädt natürlich auch zu Anbetung ein, der Segen – und damit das Kreuzzeichen – sind aber an das Ende gesetzt.

 

P.S. Die Themenreihe "Unser Gottesdienst" finden Sie zum Nachlesen auf unserer HP unter der Rubrik "Gottesdienst aktuell" - einfach die aktuelle Ordnung und den Hinweis "In eigener Sache" überspringen ...