Die Pfarrei Roding

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Seelsorgeteam, haupt- und ehrenamtliche Verantwortliche und viele Menschen sind bei uns „Kirche vor Ort“. Die Homepage dient als Information, sie kann und will aber nicht die persönliche Begegnung ersetzen. Deshalb laden wir Sie ganz herzlich ein, unsere Gemeinde kennen zu lernen. Unsere gemeinsamen Gottesdienste, sowie die Arbeit in Gruppen und Verbänden erfüllen keinen Selbstzweck:

Als Christen sind wir mit Gott und den Menschen unterwegs und für unseren Nächsten da. Das versuchen wir in vielfältiger Weise. Wir würden uns freuen, Sie dafür interessieren zu können.

Aus dem aktuellen Pfarrbrief Roding

Unser Gottesdienst - Teil 16

 

Vom Großen Gebet über Brot und Wein (Hochgebet) war bereits die Rede. Die frühe Kirche kannte noch keine strikte Vorlage. Aufbau und Inhalt waren: lobpreisendes Gedächtnis der Heilstaten des Schöpfers und des Erlösers, einmündend in das Gedächtnis des Letzten Abendmahles mit den Deuteworten über die Gaben, Bitte um den Heiligen Geist, der Gaben, Kirche, Welt „wandeln“ möge und die Kirche auf Erden mit der Kirche des Himmels verbindet. Früheste Formen finden sich bereits am Ende des ersten bzw. am Beginn des dritten Jahrhunderts (Wer bei Wikipedia nachschauen möchte: Didache und Traditio Apostolica). Diese Gebete waren als Orientierung, nicht als Vorschrift gedacht. Bis zur Kirchenspaltung mit der Ostkirche (1054 n. Chr.) war die Gesamtkirche reich an solchen Gebeten, aber schon vorher schälte sich in der Orthodoxen Liturgie die Formulierung des hl. Johannes Chrysostomos heraus, in der Westkirche wurde – wie so oft – der Brauch der Ortskirche von Rom tonangebend. Nach der Reformation durfte in der Westkirche nur noch der „Römische Kanon“ (mit ganz wenigen Ausnahmen) verwendet werden, ja die ganze Liturgie war bis ins Detail einheitlich. So blieb es bis zum Messbuch nach dem Vatikanum II. In diesem wurden nun wieder drei weitere Hochgebete offiziell erlaubt: Der römische Kanon wurde vor allem bei den Gesten vereinfacht, blieb aber im Text nahezu gleich (Erstes Hoch-gebet), das Zweite wurde der altehrwürdigen Traditio Apostolica aus dem Dritten Jahrhundert nachempfunden, das Dritte versuchte eine Neuformulierung, die Motive des Römischen Hochgebetes aufgriff, das Vierte orientierte sich an den Formulierungen ostkirchlicher Gebete. Diese vier stehen bis heute im Messbuch. Für den deutschen Sprachraum (und teils auch darüber hinaus) entstanden in der Folge noch ein „Hochgebet für Versöhnung“, drei Hochgebete für Feiern mit Kindern, eines in einfacher Sprache für Feiern mit Menschen mit Behinderung bzw. Hörgeschädigten und schließlich ein Hochgebet aus der Schweiz, dass in vier motivischen Ausprä-gungen gestaltet ist. Diese finden sich in Ergänzungsbänden zum Messbuch.

Die vier Hochgebet des Messbuches sind im Original in Latein verfasst und wurden für die deutsche Ausgabe übersetzt. Nun wissen wir alle, dass es mit Übersetzungen so eine Sache ist – und während ich mich grundsätzlich an die deutsche Vorgabe halte, grase ich doch in zwei Dingen aus.

In einem früheren Teil dieser Reihe habe ich schon über die problematische Verwendung des Begriffes „Opfer“ geschrieben. Im Vierten Hochgebet z.B. benutzt das lateinische Original drei verschiedene Worte für den Begriff „Opfer“: sacrificium (Opferfeier), hostia (Opfergabe), oblatio (Dargebrachtes). Abgesehen davon, dass die deutsche Übersetzung nur zwei Begriffe verwendet, nämlich Opfer und Opfergabe, ist mir das tatsächlich zu viel „Opfer“. Ich greife den zweifach verwendeten Begriff Opfergabe auf und übersetze konsequent mit „Gabe“, für den letzten Begriff greife ich auf die „Darbringung“ zurück. Das beschreibt die eigentliche Handlung und das ist in diesem Fall die Gedächtnisfeier der Eucharistie. Über die zweite Umformulierung schreibe ich das nächste mal.

P.S. Die Themenreihe "Unser Gottesdienst" finden Sie zum Nachlesen auf unserer HP unter der Rubrik "Gottesdienst aktuell" - einfach die aktuelle Ordnung und den Hinweis "In eigener Sache" überspringen ...