Die Pfarrei Roding

Vielleicht planen Sie einen Besuch, vielleicht sind Sie neu zugezogen, vielleicht sind Sie hier einfach „vorbeigesurft“ und hängen geblieben? Dann würden wir uns freuen, wenn Sie ein wenig durch unsere Seite blättern:

Seelsorgeteam, haupt- und ehrenamtliche Verantwortliche und viele Menschen sind bei uns „Kirche vor Ort“. Die Homepage dient als Information, sie kann und will aber nicht die persönliche Begegnung ersetzen. Deshalb laden wir Sie ganz herzlich ein, unsere Gemeinde kennen zu lernen. Unsere gemeinsamen Gottesdienste, sowie die Arbeit in Gruppen und Verbänden erfüllen keinen Selbstzweck:

Als Christen sind wir mit Gott und den Menschen unterwegs und für unseren Nächsten da. Das versuchen wir in vielfältiger Weise. Wir würden uns freuen, Sie dafür interessieren zu können.

Aus dem aktuellen Pfarrbrief Roding

Mein Wort an Sie

Kein Glaube ohne Gebet. Aber was ist das: Gebet? Diese Frage stellten sich unsere Vorfahren nicht. Das Gebet gehörte zum Tag wie Essen und Schlafen. Der „Zweck“ wurde nicht hinterfragt, allenfalls still mit Gott gehadert, wenn das Beten dem Leben nicht „half“.

Reden mit Gott. Wozu, wenn er nicht antwortet?, Ja: wenn mir keiner beweisen kann, dass es ihn gibt? Was soll ich in diese Leere hinein sagen? Die Krise unserer Kirche ist zutiefst eine Gebetskrise. Der daheim Betende sucht die Gemeinschaft im (sonntäglichen) Gottesdienst, der Gottesdienst gibt Impulse zur Sprach- und Gebetsfähigkeit. Und er trägt in Zeiten, in denen man als Einzelner einmal nicht beten kann.

Meine Mutter hat mich neulich am Telefon gefragt, ob ich denn überhaupt zum Beten komme. Aber ja! Ohne Gebet kein geistliches Leben, ohne dieses Leben keine Kraft zum Dienst. Das betrifft nicht nur Pfarrer, sondern alle Getauften. Beten ist nicht überflüssig, unproduktiv, zeitraubend: Beten lässt mein Leben fließen, macht mich kreativ, weitsichtig, tiefsinnig – schenkt mir Lebenszeit. Nicht in Minuten, sondern in der Intensität. Ich bete nicht, weil ich Pfarrer bin, weil sich das „dazugehört“, ich habe mich von Gott in den Dienst nehmen lassen als ein Betender.

Die Statistik unserer Kirche erschreckt mich nicht, weil ich „Zuhörer“ oder „Steuerzahler“ verliere, sie erschreckt mich, weil ich merke, dass die Menschen geistlich verstummen. Ich habe gelernt, auch in die Leere hinein zu beten. Sie verändert sich dadurch. Ich merke, dass die Leere nicht von Gott, sondern von mir ausgeht. Durch mein Gebet vermag ich sie zu füllen, das kurze Stück Weg auf ihn zu zugehen, dass er mir zutraut und zumutet, weil er mich nicht überfallen will mit seiner Gegenwart. Ein kurzes Stück nur, alles andere ist ER ja schon auf mich zugegangen. Mir tut es in der Seele weh zu sehen, wie viele inzwischen diese Leere mit Lebenslärm füllen anstatt mit Gebet, Lärm, der die Leere am Ende nur noch größer und furchteinflößender macht.

Der Advent ist kein Wohlfühlprogramm, er ist eine Schule des Gebetes. So beginnt ein neues Kirchenjahr.

Gerade die letzte Woche lädt zu Gebet und Betrachtung ein. Hierzu eignet sich hervorragend die Meditation der sogenannten O-Antiphonen. (Siehe Vorschlag Hausgottesdienst im Pfarrbrief) An jedem der letzten sieben Tage erbitten wir die Ankunft des Herrn mit einer anderen Anrufung. Wir finden sie in den Liedstrophen 2 bis 8 von GL 222 oder 761. Wer das alte Gotteslob noch daheim hat, kann die Abschnitte 1 bis 7 von GLA 772 dazu nehmen oder abwechselnd einen der Psalmen aus der Adventsvesper GL 633. Täglich aber das Magnifikat und das Vaterunser – so wie ich in meiner täglichen Vesper. Verbinden wir uns im Gebet!

 

Ihr Pfarrer

Holger Kruschina