Die Pfarrei Roding

Vielleicht planen Sie einen Besuch, vielleicht sind Sie neu zugezogen, vielleicht sind Sie hier einfach „vorbeigesurft“ und hängen geblieben? Dann würden wir uns freuen, wenn Sie ein wenig durch unsere Seite blättern:

Seelsorgeteam, haupt- und ehrenamtliche Verantwortliche und viele Menschen sind bei uns „Kirche vor Ort“. Die Homepage dient als Information, sie kann und will aber nicht die persönliche Begegnung ersetzen. Deshalb laden wir Sie ganz herzlich ein, unsere Gemeinde kennen zu lernen. Unsere gemeinsamen Gottesdienste, sowie die Arbeit in Gruppen und Verbänden erfüllen keinen Selbstzweck:

Als Christen sind wir mit Gott und den Menschen unterwegs und für unseren Nächsten da. Das versuchen wir in vielfältiger Weise. Wir würden uns freuen, Sie dafür interessieren zu können.

Aus dem aktuellen Pfarrbrief Roding

Mein Wort an Sie

Als vor einigen Wochen eine Unterschriftsliste zum Thema „Rolle der Frau in der Kirche“ auflag, sorgte das auch für mediale Aufmerksamkeit. Allerdings nicht mit Nachklang. Daher habe ich auch ein paar Wochen gewartet mit diesem „Wort an Sie“. Es kann nun – wenn Sie so wollen – grundsätzlicher sein als „nur“ eine Reaktion. Ich bin nach meiner Meinung gefragt worden, auch von der Presse, und bin von dieser korrekt, wenn auch zusammengefasst wiedergegeben worden: die Frage ist nicht mit „Schwarz oder Weiß“ zu beantworten. Freilich sind komplexe Überlegungen anstrengend. Das ist schwer in einer Zeit, in der im Minutentakt Infos in einer komprimierten Form auf den Online-Markt geworfen werden, wie man sie früher nur als BILD-Schlagzeile kannte. Die ganze Thematik ist in Deutschland zudem eingebettet in den aktuellen „Synodalen Weg“. Eine Diskussionsversammlung von Bischöfen und Weltchristen auf Bundesebene. Bischof Rudolf – und nach seiner Information auch Papst Franziskus - sieht die Veranstaltung kritisch, weil zum einen Probleme sehr plakativ (da sind wir wieder!) mit Vokabeln wie Macht und Klerikalismus benannt werden, zweitens ein in sich nicht schlüssiger Zusammenhang mit dem Thema (sexueller) Missbrauch hergestellt wird, also ein echtes und dringendes Problemfeld mit einer vermeintlichen Lösung verknüpft wird, die für manche das größere Problem sein könnte. Drittens fehlen auch dem Papst wichtige Punkte, wie ein Vorrang der Frage nach dem Rückgang des Glaubens, und schließlich werden Hoffnungen auf eine „deutsche Lösung“ geweckt, die in einer weltkirchlich organisierten Gemeinschaft nicht eins zu eins umgesetzt werden können. Ich habe gehört, dass manche diese ihre Kirche allein durch diese Änderungen zukunftsfähig sehen und sie ja nicht verlieren möchten. Das ist ein Widerspruch.

Natürlich muss sich Kirche beständig ändern, das hat sie schon immer getan.

Schwierig ist herauszufinden, in welche Richtung! Da sind sich nämlich viele nicht einig. Manchen passt es grad so – warum sollte man groß etwas ändern? Die Zeiten sind halt nicht leicht, das spüren ja auch andere Organisationen. Andere möchten am liebsten das Rad der Zeit zurück drehen in eine Zeit, in der Kirche – vermeintlich – noch gut dastand. (Meist denkt man dabei – aber nicht nur – an die früher allgemein gebräuchliche Liturgie, heute als außerordentlicher Ritus bezeichnet.) Wieder andere sehen die Kirche auf der Standspur und wollen sie wieder in Fahrt bringen, indem man das Tempo aufnimmt, dass unsere Gesellschaft vorgibt: Demokratie, Modernität, Gleichberechtigung, Abschaffung alter Zwänge wie z. B. den Zölibat und auch Hinwendung zu allen möglichen Formen gemeinsamen Lebens, die nicht dem „klassischen“ Familienbegriff entsprechen. Was ist richtig? Es mag nicht ohne Diskussion gehen – es wird aber vor allem nicht ohne das eine gehen: Hören auf die Stimme des Herrn!

Was mich vor allem nachdenklich macht: Als vor 500 Jahren die Reformatoren die Kirche erneuern wollten, ging es Ihnen um genau diese Kirche. Allerdings entwickelte sich aus der Reform eine echte „Alternative“. Diese besteht bis heute.

Man muss 2020 keine neue Kirche gründen, man könnte dorthin gehen, wo Frauen ordiniert werden, ein Kirchenvorstand dem verheirateten Pfarrer seinen Dienst vorschreibt usw. Ich sage das ohne Häme und mit ehrlichen Respekt vor dieser Tradition, nur: unseren evangelischen Geschwistern geht es deswegen irgendwie auch nicht besser.

Was möchte man dann vom Katholizismus „behalten“? Das Sinnliche? Das Mysthische? Mir fällt sonst nix ein, dem nicht wieder widersprochen würde. Und was ist mit all denen, die es gerne noch altbackener hätten oder wenigstens so, wie es grad ist? Bleiben die dann auf der Strecke? Gründen die eine neue Kirche?

Das meine ich mit „schwarz-weißen Lösungen“.

Ja: wir müssen in einem demokratischen System noch mehr darauf achten, dass keine „klerikalen Diktatoren“ entscheiden. Aber das geschieht bereits in umfänglichen Maße in den pfarrlichen Gremien und Verbänden. Da kann man auch noch an der Quote arbeiten – allerdings haben das die KandidatINNen und WählerINNen in der Hand, nicht die Bischöfe und nicht die

 

Pfarrer wie

Holger Kruschina