Wir wollen Frieden!

*** Mittwoch, 21.9. um 19.00 Uhr wieder ökumenisches Friedensgebet in der evangelischen Kirche ***

Alle Menschen guten Willens schauen mit großer Betroffenheit auf die Eskalation des Unrechts und der Gewalt auf unserem Kontinent. Während wir die große Politik nicht beeinflussen können, können wir sehr wohl etwas tun! Gerade die kirchlichen Hilfswerke: Caritas und RENOVABIS verfügen über ein starkes Netzwerk und eine Infrastruktur vor Ort, über die materielle und finanzielle Hilfe geleistet werden kann. Die Not besteht weiter!

Hier können Sie sich informieren, wie Sie helfen können:

https://bistum-regensburg.de/news/in-der-ukraine-ist-krieg

https://www.renovabis.de/projekt/hilfe-fuer-vom-krieg-traumatisierte-menschen-in-der-ukraine

 


Vielleicht planen Sie einen Besuch, vielleicht sind Sie neu zugezogen, vielleicht sind Sie hier einfach „vorbeigesurft“ und hängen geblieben? Dann würden wir uns freuen, wenn Sie ein wenig durch unsere Seite blättern:

Seelsorgeteam, haupt- und ehrenamtliche Verantwortliche und viele Menschen sind bei uns „Kirche vor Ort“. Die Homepage dient als Information, sie kann und will aber nicht die persönliche Begegnung ersetzen. Deshalb laden wir Sie ganz herzlich ein, unsere Gemeinde kennen zu lernen. Unsere gemeinsamen Gottesdienste, sowie die Arbeit in Gruppen und Verbänden erfüllen keinen Selbstzweck:

Als Christen sind wir mit Gott und den Menschen unterwegs und für unseren Nächsten da. Das versuchen wir in vielfältiger Weise. Wir würden uns freuen, Sie dafür interessieren zu können.

Aus dem aktuellen Pfarrbrief Roding

Mein Wort an Sie

Mit dem Wiederbezug der Stadtpfarrkirche kehrt auch wieder etwas mehr Normalität auf einem wichtigen Feld der Pastoral ein, nämlich der Verabschiedung Verstorbener. Dieses Thema ist besonders sensibel, da - ich habe ja erst im letzten Jahr selber meine Mutter verloren – bei aller möglichen Vorbereitung bei hohem Alter oder längerer Erkrankung es dann doch intensive und verletzliche Tage sind. Erst recht, wenn es sich um einen plötzlichen oder tragischen Tod handelt. Mehrmals schon wurde ich im Nachhinein – meist hintenherum – damit konfrontiert, dass ich etwas so oder so (nicht) gemacht oder gesagt hätte, dass die Trauernden irritiert oder verletzt hat. Und wenn auch meine Erinnerung – erst recht meine Absicht! – eine andere ist: so ist es „angekommen“. Leider. Es hilft auch nichts, hier einen Faden wieder aufzunehmen. Erstens höre ich das, wie gesagt, selten von den Betroffenen selbst. Sie wollen darüber also auch gar nicht mehr mit mir reden. Und zweitens sind Erinnerung und Gefühle etwas sehr Subjektives. Sich hier zu rechtfertigen oder gar abzustreiten, bewirkt eher das Gegenteil. Eine kleine „Versicherung“, dass ich nicht von Haus aus alles verkehrt mache, sind die vielen positiven Rückmeldungen, die es Gottseidank ebenfalls gibt.

Wenn ich mit Angehörigen ins Gespräch komme, ist Vieles schon „ausgemacht“. Hier zu intervenieren oder Kompromisse zu finden, ohne einen Konflikt heraufzubeschwören, ist fast unmöglich. Ich bin froh, dass zumindest Einiges durch die Rückkehr in die Stadtpfarrkirche wieder selbstverständlicher wird. Anderes aber bahnt sich schon länger an. Und ich wage es an dieser Stelle einmal, auf diesen sensiblen Bereich einzugehen, gewissermaßen „präventiv“. Ich bin mir bewusst, dass in dieser Form auch Irritationen möglich sind. Aber wenn ich zu einem Gesprächsabend einlade, kommen nur wenige Leute. Wenn ich darüber predige, hören es nur einige – und das gesprochene Wort ohne Diskussion, Nachfrage, weiteren Erläuterungen kann genauso schwierig sein. Daher ist die Schriftform vielleicht nicht die schlechteste – verbunden mit der Einladung, gern darüber ins Gespräch zu kommen.

Tod und Trauer sind etwas sehr Individuelles und gleichzeitig etwas sehr Universelles: es trifft jeden von uns! Daher sind die Riten der Kirche als Entlastung gedacht, dieses Universelle aufzugreifen und nicht alles in dieser Situation „erfinden“ zu müssen. Es gibt aber eine entsprechende Tendenz bei allen Knotenpunkten: Taufe, Trauung und zunehmend auch bei Beerdigungen. Das verstärkt sich natürlich dadurch, dass der „Markt“ immer größer wird und man die Auswahl möglichst „passgenau“, oftmals „noch besser“ treffen möchte. Als zweites kommt hinzu, dass die Berührung mit den Riten der Kirche oft nur noch an solchen „Knotenpunkten“ stattfindet. Da ist einem das Gewöhnliche einfach nicht mehr vertraut und man meint, „Außergewöhnliches“ wählen zu müssen. Wer in keinen Gottesdienst geht, dort nie singt, sondern bei besonderen Gelegenheiten immer auf eine Band/Chor/Musik zurückgreift, dem mag es bieder oder schwierig vorkommen, wenn die Lieder von der Gemeinde und aus dem Gotteslob stammen. Aber was sonn- und feiertags trägt, trüge eben auch bei solchen Gottesdiensten. Und es IST Taufgabe und -aufgabe als Christ selbst (singend) zu beten! Abgesehen davon, dass ich die „Schlager“ im Gotteslob immer noch hören (und ihre Texte als Stärkung erfahren!) kann. Bei anderen „Schlagern“ habe ich das selten so empfunden oder empfinde es nach dem hundertsten Engel, pardon, nicht mehr. Gott erlöst vom Tod, kein Engel! Und alles, was rund um „Halleluja“ getextet wird, sollte die Bedeutung dieses Wortes ausdeuten und es nicht zum zweckentfremdeten Stilmittel machen: „Preiset den HERRN!“

In aller Stille oder im Familienkreis: Gottseidank die wenigsten Menschen leben bei uns in sozialer Isolation oder mit wenigen Bindungen. Ich verstehe, dass eine Familie in der Trauer „ihre Ruhe“ haben möchte. Aber haben nicht auch Kollegen, Nachbarn, Freunde, Bekannte, Vereins-kameraden ein Recht auf ihre Trauer? Fehlt nicht auch denen etwas, wenn sie nur hinterher erfahren, dass alles schon vorbei ist und ihnen nur der einsame Gang ans Grab bleibt? Würde nicht auch der Satz, „Von Beileidsbezeugungen am Grab bitten wir Abstand zu nehmen.“ seinen Zweck erfüllen? Oder was spricht dagegen, dass sich die Angehörigen als erstes ver-abschieden und vom Grab weggehen, damit sie nicht mit den anderen in dieser Situation sprechen müssen? Es gäbe Alternativen. Auch unkonventionelle – warum nicht so? Und das Argument „da schauen mich so viele Leute an“ – pardon – lass ich nicht gelten. Das muss man – außer man hat eine medizinische Phobie – im Leben auch mal aushalten können. Wie gesagt: ich stand selber vor elf Monaten am offenen Grab … Ich darf Ihnen mal die „professionelle“ Wahrnehmung von so mancher Beisetzung in diesem Stil spiegeln: sie spricht von Einsamkeit und Verlassenheit, der wenigen anwesenden Hinterbliebenen – und oft auch des/der Verstorbenen. Früher wurden Sterbevereine gegründet, damit niemand am Ende allein dasteht!

Mit Corona hat sich der Brauch verstärkt, kein Requiem mehr zu feiern, sondern nur noch eine kurze Andacht in der Aussegnungshalle mit anschließender Beisetzung, meist – und auch das wird ja immer mehr – einer Urne. Dass Angehörige mit der Vollform nichts mehr anfangen können, muss ich zur Kenntnis nehmen. Oft aber war der /die Verstorbene doch zumindest früher ein regelmäßiger Kirchgänger. Das Requiem feiert die Auferstehung, bei der Beisetzung steht der Abschied im Vordergrund. Beides gehört für uns Christen aber zusammen! Oft hört man „die Oma wollte, dass wir keine Umstände haben.“ Aber die Oma hat ihr ganzes Leben Rücksicht genommen, ohne dass man sich nicht bemüht hätte, sie entsprechend zu würdigen! Stellen Sie sich den runden Geburtstag vor: da hört man den gleichen Satz und feiert ja trotzdem! Warum hört man hinter den Worten nicht auch den Apell in Bezug auf den Umgang mit dem Verstorbenen? Dazu gehört auch, dass ein Trauerort da sein und gepflegt werden soll. Wenn das ein „Umstand“ ist, dann sagt der Umgang mit unseren Toten leider auch viel über den Umgang mit den Lebenden aus.

Vielleicht habe ich nun mit diesen Worten jemand von Ihnen brüskiert. Das tut mir leid. Es geht mir nicht darum, irgendjemand zu verurteilen, sondern für das Thema zu sensibilisieren. Und das kann ich nur auf diesem Weg. Bitte nehmen Sie mir die gute Absicht ab!

Ihr Pfarrer Holger Kruschina und – ausdrücklich auch in seinem Sinn:

Ihr Kaplan Bastian Neumann.