Die Pfarrei Roding

Corona Ticker

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Seelsorgeteam, haupt- und ehrenamtliche Verantwortliche und viele Menschen sind bei uns „Kirche vor Ort“. Die Homepage dient als Information, sie kann und will aber nicht die persönliche Begegnung ersetzen. Deshalb laden wir Sie ganz herzlich ein, unsere Gemeinde kennen zu lernen. Unsere gemeinsamen Gottesdienste, sowie die Arbeit in Gruppen und Verbänden erfüllen keinen Selbstzweck:

Als Christen sind wir mit Gott und den Menschen unterwegs und für unseren Nächsten da. Das versuchen wir in vielfältiger Weise. Wir würden uns freuen, Sie dafür interessieren zu können.

Aus dem aktuellen Pfarrbrief Roding

Mein Wort an Sie

Nachhaltigen Wirbel verursacht die Meldung aus Rom zum Thema Segnung homosexueller Paare. Diese Äußerung wird als hartherzig empfunden und so ein Signal darf nicht von unserer Kirche ausgehen, das habe ich auch am fünften Fastensonntag noch in meiner Predigt herausgearbeitet.

Jenseits aller theologischen Diskussion, die mit diesem „Nein“ nicht erledigt, sondern sogar noch mehr entfacht wurde, fand ich aber auch Vergleiche der Befürworter einer Segnung für platt: Wir würden ja alles segnen: Hunde und Toiletten. Selbst wenn das ein Negativ-Vergleich sein soll, stellt er umgekehrt auch jede Segnung von Menschen auf eine Stufe mit solchen Benediktionen. Das ist nicht hilfreich und – wie ich finde – Homosexuellen gegenüber genauso diskriminierend!

Worum geht es? Nun zunächst: Ich segne eben NICHT alles. Das Buch für kirchliche Segnungsfeiern kennt zwar nach ca. 200 ausführlichen Vorlagen auch noch eine „Segnung jeglicher Dinge“, setzt diese aber in das Verhältnis, das Gutes damit gewirkt wird und es in die Schöpfung Gottes eingebunden ist. Das geht jetzt nicht gegen Homosexuelle, aber gegen den platten Vergleich. Ich würde – man verzeihe mir die konstruierte Parallele – keine Waffenschmiede und kein Bordell segnen, sehr wohl aber jeden aufrichtigen Menschen, der darum bittet. Und dann frage ich auch nicht wo er oder sie arbeitet…

In der Theologie ringt man mit der Verheutigung des Glaubens. Sie schwebt nicht über der Welt, sondern will in einen Dialog mit ihr treten. Sie tut das seit jeher mit dem Anspruch, selbst eine Wissenschaft zu sein und sich mit jeder anderen Wissenschaft auseinanderzusetzen. Erst die Aufklärung und die Moderne behaupteten hier einen Widerspruch. Den gibt es aber nicht. Gern werden Galilei oder Darwin als Bespiele angeführt. Dabei wird verkannt, dass deren Thesen zu ihrer Zeit auch „wissenschaftlich“ umstritten waren und dass sie zwar bis heute als Grundlage einer anderen Weltsicht dienen, in ihrem Kern aber auch von der Wissenschaft inzwischen ergänzt oder teilweise revidiert wurden. Auch wird verkannt, dass die Theologie längst aufgrund dieser Basis argumentiert und z. B. mit dem Nachdenken über die Schöpfung aufgrund der Evolutionstheorie zu neuen Tiefen der Gotteserkenntnis vorgestoßen ist!

Warum dieser lange Vorlauf? Dazu brauchen Sie nicht einmal an die Uni gehen, dazu genügen die Stammtische. Wie lange ist das noch mal her, das homosexuelle Menschen in unserer Gesellschaft als „Menschen zweiter Klasse“ betrachtet wurden? Oder IST das überhaupt schon vorbei? Was gesellschaftliche Normalität wird, ist ein Prozess. Auch die Kirche macht diesen Prozess mit, denn eine grundsätzlich positive und verständnisvolle Einstellung homosexuellen Menschen gegenüber ist – obacht! – Teil der Lehre der Kirche, spätestens im Erwachsenenkatechismus schwarz auf weiß zu lesen, der – ups! – bereits 1992 veröffentlicht wurde.

Nun ist die Gesellschaft seitdem selbst noch einmal wesentliche Schritte gegangen. Vom 1.8.2001 bis 1.10.2017 gab es die „eingetragene Lebenspartnerschaft“, seitdem gibt es auch die staatliche Ehe zwischen Menschen gleichen Geschlechts. Ich habe das Datum der Einführung vor dreieinhalb Jahren schon zum Anlass für ein „Wort an Sie“ genommen: Es ist dem Staat unbenommen, seine Definition von Ehe zu ändern. Das muss aber nicht zur Folge haben, dass die Kirche ihr Ehe-Verständnis ändert.

Wir sprechen nämlich nicht einfach von der Ehe, sondern vom Sakrament der Ehe – und das ist an bestimmte Voraussetzungen gebunden, z.B. an den biblischen Schöpfungsauftrag an Mann und Frau. Auch ist dieses Sakrament einmalig „bis der Tod scheidet“, selbst dann, wenn sich die Eheleute aus Gründen eines Dauerkonflikts trennen. Ich kann eben auch keine kirchliche Hochzeit für ein geschieden-wiederverheiratetes Paar feiern! Ich kann aber sehr wohl mit diesen Menschen beten und ihren guten Willen bei allem Lebens Hin und Her Gott anvertrauen. Nennen Sie das Segen oder nicht, ich nähme sie ernst und würde sie nicht ohne Zuspruch gehen lassen. Wenn sie um eine Andacht bitten, die Hoffnung und Zerbrechlichkeit ehrlich vor Gott bringt, auch im Kreis von Menschen, die ihnen lieb sind, würde ich sie feiern. Ich würde aber keine Hochzeit feiern, denn das würde die Einmaligkeit des Sakramentes der Ehe und seine Würde verwischen.

Muss ich jetzt noch was zu gleichgeschlechtlichen Paaren sagen? Ich glaube nein. Aber DIESE Antwort war ich Ihnen schuldig als

Ihr Pfarrer

Holger Kruschina