Die Pfarrei Roding

Corona Ticker

Damit die Startseite nicht überladen ist, haben wir einen Link zu den Corona Neuigkeiten unserer Gemeinde gesetzt. Bitte einfach klicken:

zum Corona-Ticker

Vielleicht planen Sie einen Besuch, vielleicht sind Sie neu zugezogen, vielleicht sind Sie hier einfach „vorbeigesurft“ und hängen geblieben? Dann würden wir uns freuen, wenn Sie ein wenig durch unsere Seite blättern:

Seelsorgeteam, haupt- und ehrenamtliche Verantwortliche und viele Menschen sind bei uns „Kirche vor Ort“. Die Homepage dient als Information, sie kann und will aber nicht die persönliche Begegnung ersetzen. Deshalb laden wir Sie ganz herzlich ein, unsere Gemeinde kennen zu lernen. Unsere gemeinsamen Gottesdienste, sowie die Arbeit in Gruppen und Verbänden erfüllen keinen Selbstzweck:

Als Christen sind wir mit Gott und den Menschen unterwegs und für unseren Nächsten da. Das versuchen wir in vielfältiger Weise. Wir würden uns freuen, Sie dafür interessieren zu können.

Aus dem aktuellen Pfarrbrief Roding

Mein Wort an Sie

Die Frage nach dem "Amt" in der Kirche treibt diese wohl schon von Anfang an um. Der historische Jesus von Nazareth hatte scheinbar wenig Interesse daran, dennoch waren seine Entscheidungen prägend. Es gab einen Kreis von Jüngerinnen und Jüngern, die keine Ungleichbehandlung erkennen lassen, auch wenn der "Ruf in die Nachfolge" (soweit ich das aus dem Gedächtnis sagen kann) biblisch immer nur an Männer ging. Fest steht aber, dass er aus diesem Kreis zwölf Männer heraushob, die den Titel "Apostel" bekamen. Die Zwölfzahl weist auf einen starken symbolischen Akt hin, stand sie doch für das erwählte Volk Gottes, Israel. Noch am Beginn der Apostelgeschichte ist davon die Rede, wie wichtig man die Zahl nahm, weil man die Lücke des Judas rasch mit einer Nachwahl füllte. Diese Gruppe nannte man kontinuierlich "Die Zwölf". Der Titel Apostel dagegen wurde sehr bald fluide, ebenso wie deren Zahl. So feiern wir mit Paulus und Barnabas im liturgischen Kalender zwei weitere Männer, Maria Magdalena trägt als Überbringerin der Auferstehungsbotschaft sogar den Titel "Apostelin der Apostel". Paulus spricht in seinen Briefen von Männern und Frauen, die er als Apostel bezeichnet. Dieses "apostolische Amt" war klar mit der Verkündigung verbunden, vermutlich auch mit der Leitung einer Hausgemeinde. Oft ist auch von Ehepaaren die Rede, das macht das Ganze plausibel. Während sich die ersten Christen in Palästina eher als innerjüdische Gruppe oder Strömung verstanden, waren die in der Mission entstehenden Gemeinden (kleine) Gruppen einer Glaubensge-meinschaft unter vielen anderen. Das forderte andere Konzepte der Organisation.

Diese Gemeinden agierten zwar vernetzt, aber auch recht unabhängig. Vor allem Paulus regt sich darüber auf, dass er Konkurrenz in der Verkündigung und rechten Auslegung der Botschaft Christi hatte, etwa wenn "neue" Missionare "seine" Gemeinde durcheinanderbrachten. Betrachten wir die Vielfalt der Konfessionen, ist es im Grunde bis heute so. Dass sich die lateinische (also die römisch-katholische) Kirche als "Global Player" unter ihnen etabliert hat, hat viel mit dem Verlauf der irdischen Geschichte und mit Politik zu tun - ohne dem Heiligen Geist unterstellen zu wollen, dass er nicht auch ein gewichtiges Wort dabei mitzureden hatte!!

Man muss keine 2000 Jahre zurückgehen, um zu sehen, dass sich IMMER etwas geändert hat. Die Frage, was von Anfang an unverändert geblieben ist wird aber unterschiedlich argumentativ angegangen. Ob die Wahl von Männern nur kulturellen Umständen geschuldet war und Jesus heute anders entscheiden würde, ist schlicht eine akademische Frage: Wir können sie nicht letztgültig entscheiden, wir können nur mit einer Entscheidung leben - ohne andere Ansätze deswegen in Bausch und Bogen zu verteufeln. Das ist ein schwieriger Spagat: Zugleich von seiner Ansicht überzeugt sein UND andere Ansichten als legitim gelten zu lassen.

Die Frage, was Sakramentales Amt, Amt, Dienst und Mitwirkung bedeuten, wird in den verschiedenen christlichen Konfessionen unterschiedlich beantwortet. In der Römisch-Katholischen Kirche (wie in den Orthodoxen oder Orientalischen Kirchen) ist das Sakramentale Amt nach wie vor gebunden an die unterschiedlichen Berufungen durch Jesus selbst, insofern man sich an den jesuanischen, nicht den paulinischen Apostelbegriff anlehnt, gleichzeitig aber das Sprengen der Zwölferzahl als historischen Entwicklung akzeptiert. Es werden nur Männer geweiht. Man kann das auch anders sehen - und tut es auch in anderen christlichen Kirchen - muss man aber nicht.

Ämter in der Kirche können heute strukturelle Posten sein, wo Frauen und Männer gleichberechtigt Entscheidungsträger/innen sind, etwa in der Verwaltung - und das bis in höchste Ränge hinauf! Traditionell bezieht sich das Wort "Amt" aber auch auf den liturgischen Bereich (,der aber immer auch diakonisch und in der Verkündigung ausstrahlen sollte!) Viele Ämter der frühen Kirche - etwa die "Witwen" - sind verschwunden, andere wurden marginalisiert.

Das Zweite Vatikanische Konzil hat einigen dieser "Ämter" wieder Eigenwertigkeit und Eigenständigkeit gegeben. So waren "Lektor" und "Akolyth" für Jahrhunderte nur die Vorstufe für die höheren Weihen und also nur angehenden Klerikern vorbehalten. Seit 1972 gibt es sie wieder und wir erleben in der Liturgie die Vielfalt der Beteiligungen als Segen. Was man sich vor fast 50 Jahren noch nicht so recht vorstellen konnte: auch Frauen können Amt. Bald aber gab es auch "Vorleserinnen" und "Kommunionhelferinnen" - und natürlich Ministrantinnen! Seit 11.1. ist klar: Frauen können das nicht nur und dürfen das unter diesen Bezeichnungen nicht nur, sondern sie sind jetzt - nach Beauftragung - auch Lektorinnen und Akolythinnen. (Eine Beauftragung übrigens, die auch die meisten Männer nicht ausdrücklich hatten.) Mit einem "motu proprio" hat der Papst das Kirchenrecht geändert. So einfach geht das.

 

Ihr Pfarrer

Holger Kruschina