Die Pfarrei Roding

Vielleicht planen Sie einen Besuch, vielleicht sind Sie neu zugezogen, vielleicht sind Sie hier einfach „vorbeigesurft“ und hängen geblieben? Dann würden wir uns freuen, wenn Sie ein wenig durch unsere Seite blättern:

Seelsorgeteam, haupt- und ehrenamtliche Verantwortliche und viele Menschen sind bei uns „Kirche vor Ort“. Die Homepage dient als Information, sie kann und will aber nicht die persönliche Begegnung ersetzen. Deshalb laden wir Sie ganz herzlich ein, unsere Gemeinde kennen zu lernen. Unsere gemeinsamen Gottesdienste, sowie die Arbeit in Gruppen und Verbänden erfüllen keinen Selbstzweck:

Als Christen sind wir mit Gott und den Menschen unterwegs und für unseren Nächsten da. Das versuchen wir in vielfältiger Weise. Wir würden uns freuen, Sie dafür interessieren zu können.

Aus dem aktuellen Pfarrbrief Roding

Unser Gottesdienst - Teil 29

Wenn die Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils etwas Einschneidendes gebracht hat, dann ist das neben dem Gebrauch der Volkssprache vor allem die Stellung des Wortes Gottes in der Messfeier. Dieser Entscheidung ging ein langer Prozess voraus, der bereits über 400 Jahre vorher einen entscheidenden Impuls bekommen hatte, nämlich in der Reformation. Natürlich hatten nicht nur die Kirchenväter der ersten Jahrhunderte, sondern auch die späteren Theologen mit der Schrift argumentiert. Freilich war ihre Bedeutung in der Liturgie der West- genauso wie der Ostkirche stark in den Hintergrund getreten. Welchen Stellenwert sie übrigens am Anfang des Christentums liturgisch hatte, ist gar nicht so leicht zu beantworten. Dennoch bezweifelt heute niemand, dass die ganze Heilige Schrift Maßstab für unseren Glauben ist, also sogenanntes Altes UND Neues Testament. Für viele Jahrhunderte war der Wortgottesdienst der Messe in der Römischen Kir-che ein „Vorspiel“ zur eigentlichen Mess-, der Eucharistiefeier. Gelesen wurde ei-gentlich nur aus dem Neuen Testament. Es gab keinen Verkündigungsort (Ambo). Schrifttexte wurde „proklamiert“ – sie waren ja in Latein! Auf der einen Seite des Altars das Evangelium (Evangelienseite), auf der anderen die nicht-evangelische Lesung (Epistelseite). Verständlich gesprochen, also gepredigt, wurde mit Hilfe der Kanzel.

Stemmte sich das Lehramt noch bis in die 40er Jahre gegen eine moderne Bibelauslegung, wie sie in der Evangelischen Kirche inzwischen üblich und auch von katholischen Theologen angesichts des wissenschaftlichen Fortschritts in Archäologie, Literaturgeschichte, Naturwissenschaft etc. längst gefordert wurde, so öffnete sich nun auch die Katholische Kirche: 1943 veröffentlichte Papst Pius XII. sein Lehrschreiben Divino afflante Spiritu. Diese „Enzyklika“ war Wegbereiter für eine neue Sicht auf die Bibel, wie sie schließlich auch liturgisch umgesetzt wurde.

Seitdem hören wir an Sonn- und Feiertagen vier Abschnitte aus der Heiligen Schrift: zwei Lesungen, einen (Antwort-)Psalm und ein Evangelium. Außer in der Osterzeit, wo als erste Lesung die Apostelgeschichte genommen wird, ist die erste Lesung immer aus dem Alten, die zweite aus dem Neuen Testament. Die Auswahl der ersten Lesung wird vom „inneren Dialog“ mit dem Evangelium bestimmt. Dieser ist manchmal klar und spannend, manchmal auch - gelinde gesagt – an den Haaren herbeigezogen, weswegen die Auswahl seit Einführung des Lesegottesdienstes immer wieder diskutiert wird. Ähnliches gilt für den Bezug zum Antwortpsalm. Leichter tut man sich mit der zweiten Lesung, denn diese ist eine „Bahn-Lesung“. Das heißt, sie geht abschnittsweise durch die neutestamentliche Briefliteratur, in der Regel ohne Bezug zu den anderen Lesungen.

Das gilt allerdings vor allem für die „Zeit im Jahrekreis“. In den geprägten Zeiten, also dem Oster- und dem Weihnachtsfestkreis sind die Lesungen stärker ausgesucht und treten in einen spannenden Dialog. Das merke ich vor allem am Weihnachsfest.

 

P.S. Die Themenreihe "Unser Gottesdienst" finden Sie zum Nachlesen auf unserer HP unter der Rubrik "Gottesdienst aktuell" - einfach die aktuelle Ordnung und den Hinweis "In eigener Sache" überspringen ...