Die Pfarrei Roding

Vielleicht planen Sie einen Besuch, vielleicht sind Sie neu zugezogen, vielleicht sind Sie hier einfach „vorbeigesurft“ und hängen geblieben? Dann würden wir uns freuen, wenn Sie ein wenig durch unsere Seite blättern:

Seelsorgeteam, haupt- und ehrenamtliche Verantwortliche und viele Menschen sind bei uns „Kirche vor Ort“. Die Homepage dient als Information, sie kann und will aber nicht die persönliche Begegnung ersetzen. Deshalb laden wir Sie ganz herzlich ein, unsere Gemeinde kennen zu lernen. Unsere gemeinsamen Gottesdienste, sowie die Arbeit in Gruppen und Verbänden erfüllen keinen Selbstzweck:

Als Christen sind wir mit Gott und den Menschen unterwegs und für unseren Nächsten da. Das versuchen wir in vielfältiger Weise. Wir würden uns freuen, Sie dafür interessieren zu können.

Aus dem aktuellen Pfarrbrief Roding

Unser Gottesdienst - Teil 13

Wissen Sie, warum der Rubin so heißt? Weil er rot ist – und rot heißt auf Latein „ruber“. Rubrica ist rote Erde, später bezeichnete die „Rubrik“ ein Gesetz, weil die Titel der Gesetze… richtig: mit roter Tinte geschrieben wurden. Wenn Sie mal in der Sakristei vorbeischauen und in unserem Messbuch blättern, entdecken Sie die Texte in schwarz und die „Regieanweisungen“ in rot. Manch ein Anfänger hat die schon mal laut mitgelesen…

Diese Rubriken nun geben mal deutlicher, mal weniger deutlich vor, was wann zu sagen und wie etwas in der Liturgie zu vollziehen ist. Kommen wir auf das Herzstück der Eucharistiefeier, auf die Wandlung zurück, dann lesen wir u.a. Folgendes: (bei der Stelle „nahm er das Brot“) Er [der Priester] nimmt das Brot, erhebt es ein wenig über dem Altar und fährt fort (…) (zu „Nehmet und esset…“) Er verneigt sich ein wenig (außer wenn er dem Volk zugewandt steht). Er zeigt der Gemeinde die konsekrierte Hostie; dann legt er sie in die Hosteinschale und macht eine Kniebeuge.

Nun dürfen wir noch einmal den großen Bogen schlagen: vom Brotbrechen der Urkirche über die „Opferfeier“ am Hochaltar, vom Mahl zur Schau, dann sehen wir: die Liturgiegeschichte hat ihre Spuren hinterlassen, aber sie setzt auch die Forderung der „edlen Einfachheit“ von SC 34 um. Worte wie „ein wenig“ reduzieren die Gesten, „der Gemeinde zeigen“ ist etwas anderes als das vorkonziliare „Hochheben und Präsentieren“. Ohnehin ist der ursprüngliche Gestus eine Darbringung und Danksagung an den Herrn und hatte mit Herzeigen überhaupt nichts zu tun. Auch war der Darbringungsgestus eher eine orientalische Tischsitte und damit bei der Gabenbereitung angesiedelt, wurde aber – um die „Wandlung“ hervorzuheben – im Mittelalter auf das Erheben nach den Stiftungsworten übertragen. Davon nimmt die Liturgie heute wieder Abstand. Es gibt allerdings in der Folge eine Stelle, wo wirklich von „Erheben“ (nicht nur ein wenig) und auch gar nicht von Zeigen die Rede ist, nämlich dann, wenn das eucharistische Gebet beschlossen wird. Er erhebt die Hostienschale [sc. nicht die Hostie!] und den Kelch und singt oder spricht: „Durch ihn…“ Nach der Doxologie UND DEM AMEN DER GLÄUBIGEN [Hervorhebung durch den Autor] stellt er (…) [alles] wieder auf das Korporale. Was soll ich sagen: genauso mach ich’s.

Dennoch: es steht nichts von Zentimetern oder Sekunden drin. Darum ist das oft von Priester zu Priester unterschiedlich, gerade wenn man auch noch 2000 Jahre Geschichte bedenkt, die eben immer ein wenig drin steckt.

Ihr Pfarrer

Holger Kruschina

P.S. Die Themenreihe "Unser Gottesdienst" finden Sie zum Nachlesen auf unserer HP unter der Rubrik "Gottesdienst aktuell" - einfach die aktuelle Ordnung und den Hinweis "In eigener Sache" überspringen ...