Die Pfarrei Roding

Vielleicht planen Sie einen Besuch, vielleicht sind Sie neu zugezogen, vielleicht sind Sie hier einfach „vorbeigesurft“ und hängen geblieben? Dann würden wir uns freuen, wenn Sie ein wenig durch unsere Seite blättern:

Seelsorgeteam, haupt- und ehrenamtliche Verantwortliche und viele Menschen sind bei uns „Kirche vor Ort“. Die Homepage dient als Information, sie kann und will aber nicht die persönliche Begegnung ersetzen. Deshalb laden wir Sie ganz herzlich ein, unsere Gemeinde kennen zu lernen. Unsere gemeinsamen Gottesdienste, sowie die Arbeit in Gruppen und Verbänden erfüllen keinen Selbstzweck:

Als Christen sind wir mit Gott und den Menschen unterwegs und für unseren Nächsten da. Das versuchen wir in vielfältiger Weise. Wir würden uns freuen, Sie dafür interessieren zu können.

Aus dem aktuellen Pfarrbrief Roding

Mein Wort an Sie

Hier schreibt ein Mann. Ich kann nicht anders, ich bin einer. Wenn ich diesen Platz für den Kaplan räumte, schriebe: ein Mann. Und wenn ich der nichtgeweihten, hauptamtlich in der Seelsorge bei uns tätigen Person das Feld überließe, wäre das – ein Mann. Wir haben – anders als anderswo – nun mal keine Gemeinde- oder Pastoralreferentin. Das ist erst mal so, dafür können wir nichts.

Hier schreibt ein Mann. Und ich muss natürlich zugeben, dass ich nicht im Ansatz wüsste, wie die Zeilen aussähen, wäre ich eine Frau. Unter Umständen lauteten sie genauso, denn in erster Linie versuche ich als Mensch zu schreiben, bzw. als Einzelperson, unabhängig von ihrem Geschlecht.

Ich weiß nicht, wie sich Frauen fühlen, die sich nicht einmal theoretisch auf einen bestimmten Posten, auf eine Position oder einen Dienst Hoffnung machen können. Ich kann Ihnen ziemlich genau sagen, wie es einem Mann geht, dem ein solcher Weg theoretisch offen stünde, der aber klug genug ist, zu wissen, dass das praktisch unmöglich ist. So was gibt es in jeder Firma mit mindestens einem Chef und mindestens einem Angestellten, unabhängig vom Geschlecht.

Ich bin Teil einer Kirche, für die der klerikale Dienst ebenso unverbrüchlich und „natürlich“ (oder göttlich?) Männern vorbehalten ist, wie es ihnen die Natur – oder Gott? - auf Dauer verwehrt hat, Kinder zu bekommen - was dafür nur die Frauen können. (Ohne sie auf das reduzieren zu wollen!) Darüber muss man reden.

Ich kann verstehen, dass Frauen in unserer Kirche „streiken“, weil sie das Gefühl haben, dass ihnen etwas vorenthalten wird, auch wenn ich nicht in der Haut der Kirchenleitung stecken möchte, die „katholisch“, das heißt weltweit, Gesellschaftsformen unter einen Hut bringen muss, die den Einen als zerstörerisch modern, den Anderen als hoffnungslos veraltet gelten. Was ich mir wünschen würde, ist daher,

1. dass man Problemfelder unabhängig voneinander betrachtet und nicht in einen Topf schmeißt: die Gleichberechtigung der Frau, „männerbündische“ Systeme, (Macht)Missbrauch fördernde Strukturen, verpflichtende Ehelosigkeit. Man muss Dinge differenziert und je für sich betrachten, diskutieren und dann gegebenenfalls ändern. Nicht alles hat mit allem zu tun, auch wenn’s so schön einfach klingt.

2. dass Schritt für Schritt gearbeitet wird.

Wenn es nach mir ginge, trügen alle liturgischen Dienste, Frauen wie Männer, Lektoren und Kommunionhelfer, bei uns ein liturgisches Gewand wie Zelebranten und Ministranten. Wollen die unsern aber nicht.

Es könnten viel mehr Gottesdienste, vor allem am Werktag, nicht-eucharistisch sein. Das wäre altkirchlich und ökumenisch. Sie könnten von Männern ODER Frauen geleitet werden, müssten freilich auch in der Gemeinde Akzeptanz finden.

Sowohl Kandidaten als auch Wahlergebnisse für unsere Gremien bestimmt nicht ein konservativer Männerbund, sondern jede(r), der/die mitmachen möchte und die Gemeinde, die wählt!

Gemeinde 2.0 scheint mir grad wichtiger als Maria 2.0, aber vielleicht täusch ich mich, bin ja ein Mann. Widersprechen Sie mir gerne.

 

Ihr Pfarrer

Holger Kruschina