Corona Ticker

Damit die Startseite nicht überladen ist, haben wir einen Link zu den Corona Neuigkeiten unserer Gemeinde gesetzt. Bitte einfach klicken:

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Für die Messe wurde diesmal keine Vorlage erstellt. Alle Texte zum Mitlesen finden Sie hier. Die Lieder unseres Gottesdienstes können Sie unter folgenden Nummern nachschlagen und Mitsingen:

Lieder
Ruf: 302,2
Prozession: 280
Antwort: 293
Ruf v.d.Pas.: 826,3
anst. d. Credo 294
Gabenbereitung: 289
Heilig: 388
Brotbrechen: 916
Dank: 297

Die Pfarrei Roding

Vielleicht planen Sie einen Besuch, vielleicht sind Sie neu zugezogen, vielleicht sind Sie hier einfach „vorbeigesurft“ und hängen geblieben? Dann würden wir uns freuen, wenn Sie ein wenig durch unsere Seite blättern:

Seelsorgeteam, haupt- und ehrenamtliche Verantwortliche und viele Menschen sind bei uns „Kirche vor Ort“. Die Homepage dient als Information, sie kann und will aber nicht die persönliche Begegnung ersetzen. Deshalb laden wir Sie ganz herzlich ein, unsere Gemeinde kennen zu lernen. Unsere gemeinsamen Gottesdienste, sowie die Arbeit in Gruppen und Verbänden erfüllen keinen Selbstzweck:

Als Christen sind wir mit Gott und den Menschen unterwegs und für unseren Nächsten da. Das versuchen wir in vielfältiger Weise. Wir würden uns freuen, Sie dafür interessieren zu können.

Aus dem aktuellen Pfarrbrief Roding

Mein Wort an Sie

Gedanken am letzten Sonntag...
Liebe Pfarrfamilie,
heute ist Sonntag. Ruhe-Tag vor dem Herrn, der Fünfte Fastensonntag. Aber was
bedeutet das in diesen seltsamen Zeiten?
Auch für mich/uns wird die Wochenroutine durchbrochen. Der Vormittag ist
geprägt von der Sonntagsheiligung in Corona-Zeiten. Für mich heißt das
wenigstens eine Messe (meine erste war gestern Abend, meine dritte wird heute
Abend in Wetterfeld sein, nächstes Wochenende wechsle ich mit dem Kaplan
wieder durch) und anschließend, wie so manche stillen Beter, eine Stunde
Verweilen vor dem Allerheiligsten in der Stadtpfarrkirche. Tatsächlich weit mehr
Ruhe- und Herrentag als sonst. Schön – wenn nicht der Grund wäre, der dann
auch in die Woche so seltsam hineinwirkt. Im Sinne einer Entschleunigung und
Neuausrichtung muss ich sagen, dass ich der Situation auch Gutes abgewinnen
kann. Trotzdem fühl ich mich nicht wohl dabei.
Es ist Fastenzeit. Gut sechs Wochen liegen da immer vor mir, für die ich mir
einiges vornehme und die auch besonders geprägt sind. Im Wochenpsalter meines
täglichen Stundengebets gilt ein Vier-Wochen-Rhythmus. Das heißt: mit diesem
Sonntag beginnt er von vorne und über zwei Drittel der Fastenzeit sind vorbei. Das
nehme ich jedes Jahr sehr bewusst wahr, freudig – ich faste ja auch nicht leidenschaftlich
gerne und - weil dann Ostern bald kommt, mein liebstes Fest im Jahr.
Heuer ist der Rhythmus des Kirchenjahres natürlich gleich, aber es ist, als ob aus
einem Walzer ein Sechs-Achtel-Stück geworden wäre. Und irgendwie schaut das
Notenblatt so aus, als ob zwar auch diesmal mit Ostern ein Schluss des Stücks
kommt, aber doch mit Dominant-Akkord, der die Spannung nicht auflöst oder gar
in eine Coda mit dauernder Wiederholung führt, ein musikalisches Perpetuum
mobile. (Viel Spaß allen Nicht-Musikern beim Nachschlagen...)
Und wenn ich auf das „Stück“ bisher zurücksehe scheint auch alles seltsam. Den
Aschermittwoch begingen wir noch ohne große Ahnung. Am Ersten Fastensonntag
(Gottseidank heuer schon am ersten!) habe ich mit meinem Ensemble die ersten
beiden Passionskonzerte gesungen. Aber irgendwie stand da schon im Raum, dass
vielleicht nicht so viele Zuhörer kommen werden wegen „diesem Corona“. Dann
nahm die Diskussion Fahrt auf und am nächsten, dem Zweiten Fastensonntag
merkte man schon in der Sonntagszählung die Verunsicherung. Dann kamen die
ersten Anweisungen des Staates: größere Veranstaltungen werden nicht mehr
genehmigt, am Ende hieß es maximal 100 Personen. So haben wir noch den
Dritten Fastensonntag gemeinsam gefeiert, obwohl schon klar war, dass ab
Montag Schulen und Kindergärten dicht sein werden. Unsere Diözese hat sich
angeschlossen: keine Veranstaltungen mehr, die Werktagsgottesdienste ohne
Gemeinde. Am Mittwoch dann der Nachschlag: das Ganze gilt nun auch für den
Sonntag. Am Freitag kam die Ausgangsbeschränkung der Staats- und am Sonntag
der Bundesregierung. An diesem Wochenende noch ein zwei unaufschiebbare
Termine/Besuche in der Grauzone – und die erste Sonntagsmesse ohne
Gemeinde. Seitdem: Leben in der Ausnahme.
Jeden Tag verfolge ich die Zahlen: schreckliche aus Italien, Spanien, Frankreich,
nun auch den USA (ich hab ja so viele liebe Menschen dort!) und bald wohl auch
noch aus anderen Ländern. Ich sehe auf Radio Vatikan, wie die Appelle aus der
Dritten Welt dramatischer werden: Wer wird unsere Särge sehen oder zählen? In
Afrika, in Syrien ... . Und natürlich beobachte ich unser Land: Wo werden wir am
Ende landen mit unseren Maßnahmen? Irgendwo zwischen China und Frankreich?
Ich lese im ZEIT-Magazin von der Schattenseite eines „Erfolgssystems“ China, das
nur durch einen rigorosen Überwachungsstaat so erfolgreich war. ICH will das
nicht – aber welche Opfer sind wir bereit für unsere Freiheit zu bringen?
Viele reden jetzt schon von „danach“. Ein Ventil, sicher, dass den Überdruck
mindern soll. Aber was wird sein, wenn wir den Hahn doch noch länger zudrehen
müssen – wird das Ventil reichen oder der Druck schließlich das System sprengen?
Als Pfarrer mache ich mir zunehmend Sorge um die Seelen-Lage meiner
Gemeindemitglieder. Wird diese Zeit unseren Glauben am Ende stärken oder
schwächen – und natürlich auch uns als christlichen Lebens- und Erfahrungsraum
„Gemeinde“? Schon lege ich mir allerhand für Ostern zurecht und weiß nicht, ob
wir es so machen können. Schon wieder freier vielleicht? Oder gar noch
restriktiver?
Eines freilich weiß ich: Unser irdisches Osterfest ist nur eine Ahnung dessen, was
Ostern wirklich bedeutet: Heil und Leben in Gott. Das tröstet mich – und diesen
Trost wünsche ich auch Ihnen allen an diesem seltsamen Sonntag.
Ihr Bruder in Christus,
Holger Kruschina.